Uriel (Engel) – Wikipedia (Deutsch)
In der äthiopischen und orthodoxen Kirche sind seine klassischen Attribute der Stab, der Licht-Globus (nicht mit der Sphaira zu verwechseln), das Schwert[7] und die Feuerflamme auf der offenen Hand. Modernere Elemente sind die Laterne sowie die Weihrauchschale. Eine Besonderheit in der äthiopischen Kirche, die von Daniel Yilma in seinem Buch Bilder der äthiopischen Kirche dokumentiert wird, ist die häufige, wenn auch nicht offiziell verankerte Darstellung Uriels in Diakongewandung.
Festtag
Am Fest der Erzengel, dem 29. September, verehrt die römisch-katholische Kirche die biblisch bezeugten Erzengel Michael, Gabriel sowie Rafael. Einige altorientalische Kirchen, die orthodoxe sowie die äthiopische Kirche kennen hingegen noch einen eigenen Gedenktag für den Erzengel Uriel. Dabei ist der orthodoxe Gedenktag, wie auch bei den meisten altorientalischen Kirchen, am 8. November, der Gedenktag der äthiopischen Kirche hingegen am 15. Juli.
Stellung
In der römisch-katholischen Kirche büßte Uriel seine Stellung als Erzengel im Zuge der Verbote der aus kirchlicher Sicht bedenklichen Engelanbetungen und -kulte ein. So wurde 343–380 in der Synode von Laodicea die falsche Verehrung[8][9] der Engel und die Schaffung von Engelkulten verboten, die eine erste Hochphase schon zur Zeit der Apostel hatte.[10] Darauf folgte 745 das Konzil von Rom unter Papst Zacharias mit der Festlegung, dass lediglich die biblisch bezeugten Erzengel Michael, Gabriel und Raphael als Erzengel verehrt werden dürften, nicht aber der nur apokryph bezeugte Uriel. Dem manchmal vorgetragenen Hinweis, dass die Konzilsbegründung des Verbots der Anrufung und Verehrung der Engel Uriel, Raguel, Adimis, Tophoas und Sabaoth lautete, diese Engel seien in Wirklichkeit Dämonen, fehlt der Beleg. Vielmehr wurde das Gebet des Häretikers Adalbert verboten,[11] in dem acht Engel angerufen wurden. Gegen die grundsätzliche Dämonisierung der genannten Engel und für das spezielle Gebetsverbot durch das römische Konzil spricht u. a. eine Handschrift aus dem 9. Jh., die sich in der Kölner Dombibliothek befindet und in der Gabriel, Michael, Uriel, Raphael, Raguel, Barachael und Pantasaron als Kurzgebet aufgelistet sind.[3] Die theologische Forschung gibt für den Engelsbezug pastoralpsychologische[12] und psychologische Gründe[13] an und für die Verdammung der genannten Engel das Bestreben der Kirche, die Machtstrukturen zu sichern. Bis zum Konzil von Rom tauchte der Name Uriel in 3. Esra ab Kap. 4., Apokryphe Apokalyptik, häufig auf und damit ganz allgemein in der Septuaginta. Wie man der Vatikanischen Bibliothek entnehmen kann, gab es im 15. Jh. seitens des Mystikers Amadeo da Silva Menezes die Bestrebung, die dämonisierten Engel wieder kirchlich anerkennen zu lassen, was aber kategorisch abgelehnt wurde, ebenso sein späterer Versuch, wenigstens für Uriel die Anerkennung durchzusetzen.
In anderen christlichen Kirchen taucht Uriel namentlich in vielen alten Litaneien[14] auf. Die im Eulogium der koptischen Kirche eingebettete Aussage „Wir verehren Uriel, als vierten unter den Engeln.“[3] sichert ihm seine traditionelle Stellung. Viele altorientalische, orthodoxe, slawische sowie die äthiopische Kirche anerkennen Uriel als Engel, meist auch als Erzengel. Uriel wird bei diesen Kirchen bildlich, in Gebeten und in den jeweils verwendeten Schriften dargestellt resp. namentlich erwähnt und angerufen. In den USA kann man u. a. die St. Uriel’s Episcopal Church, auch Church of St. Uriel the Archangel, als anglo-katholische Episkopalkirche in Sea Girt, New Jersey anführen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Uriel_(Engel)
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